Nach unserer Ausstellung und dem Bildband ‚Celan 50‘ lag es nahe, zu Rilkes 100. Todesjahr, in dem er mit 51 Jahren starb, auch eine Ausstellung und ein Buch zu realisieren. Man muss übrigens nicht befürchten, dass wir nun zu jedem runden Todes- oder Geburtsjahr von Dichtern so etwas veranstalten. Wir folgen keinem neurotischen Zwang, nur unserer Neigung zu bestimmten Autoren. Rilke ist ein Dichter, der dem bildenden Künstler und Galeristen Mathias Beck am Herzen liegt, weil er eine ungewöhnliche Nähe zur bildenden Kunst hat, von ihr beeinflusst ist, sich an ihr orientiert. Mit unserer Bildauswahl leisten wir einen anderen Beitrag, und zwar in umgekehrter Richtung, bildende Kunst, die sich auf Rilke bezieht.
Deswegen wird Mathias Beck hier die 51 Bildwerke kommentieren, die ausgestellt werden. Er wird auch den Bezug Rilkes zur bildenden Kunst aus der Perspektive des bildenden Künstlers und Galeristen illustrieren, eine reizvolle Ergänzung zu Manfred Engels literaturwissenschaftlicher Darstellung.
Rilke ist ein Dichter, der dem Sprechwissenschaftler und Rezitator Norbert Gutenberg am Herzen liegt, weil seine Dichtung schon beim stillen Lesen im Kopfe klingt, als hörte man sie.
Norbert Gutenberg wird zusammen mit Anabel Möbius die 100 Gedichte einsprechen, die dann über die QR-Codes in der Ausstellung und im Bildband zu hören sein werden, und einige Überlegungen vorstellen, was es bedeutet, Rilkes Gedichte zu sprechen. Das ist die Innovation, die zum ersten Mal der Bildband ‚Celan 50‘ 2021 präsentierte, die QR-Codes, über die man die abgedruckten Gedichte über das sogenannte Handy hören kann. Ebenso wie dort richtet sich auch hier der Blick oder besser das Ohr auf einen anderen Bezug, Rilke und die Sprechkunst.
Wie in ‚Celan 50‘, in ‚Celan und die Anderen‘, 2023, und der Neuausgabe aller Gedichte von Selma Meerbaum-Eisinger 2024, wird auf die Dimension der Sprechfassungen der Gedichte eingegangen. Wir freuen uns sehr, dass Manfred Engel zugesagt hat, für diese Ausgabe aus literaturwissenschaftlicher Sicht die Einführung zu schreiben. Er ist einer der führenden Rilke-Forscher der internationalen Germanistik. Außer einer Einführung in Rilkes Gesamtwerk, die auch auf unsere Gedichtauswahl eingeht, wird er auch über das Rilke´sche Werk und seine Bezüge auf die bildende Kunst (Rodin-Cézanne-Worpswede) Entscheidendes sagen. Manfred Engel hat das renommierte Rilke-Handbuch herausgegeben, das für alle Rilke-Interessierte das Standardwerk schlechthin ist. Es ist umso erfreulicher, dass er sich bereit erklärt hat, für dieses Buch die Einführung zu schreiben, weil er und Norbert Gutenberg in ihrer aktiven Dienstzeit beide zur Germanistik der Universität des Saarlandes gehören. Das Wir in dieser Vorrede meint Mathias Beck und Norbert Gutenberg. Wie im Bildband ‚Celan 50‘ impliziert dieses Wir eine Arbeitsteilung. Norbert Gutenberg hat die 100 Gedichte ausgesucht, Mathias Beck hat 51 bildenden Künstlern die Gedichte zugeordnet.
In ‚Celan 50‘ hat sich die Arbeitsteilung bewährt. Wir hoffen, hier auch!
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Verlag Neue Folzsche Verlagsanstalt für Æesopterik | est 2012
ISBN ISBN 978-3-96197-179-4
Seitenzahl 264
Erscheinungsdatum 08 | 2026
Herausgeber Norbert Gutenberg, Mathias Beck
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